Schlafen bei Hitze: Warum warme Nächte uns belasten
Tagsüber lässt sich Sommerhitze oft noch gut aushalten. Man sucht Schatten, trinkt etwas Kaltes, geht schwimmen oder freut sich zumindest darüber, dass endlich Sommer ist. Schwieriger wird es, wenn die Wärme auch nach Sonnenuntergang nicht verschwindet. Das Schlafzimmer hat sich über den Tag aufgeheizt, draußen stehen die Häuser noch voller gespeicherter Wärme und selbst bei geöffnetem Fenster bewegt sich kaum Luft. Man dreht sich im Bett von einer Seite auf die andere, die Decke ist zu warm, ohne Decke fühlt es sich trotzdem nicht richtig an und am nächsten Morgen beginnt der Tag mit dem Gefühl, kaum geschlafen zu haben. Dass Hitze den Schlaf so deutlich beeinflussen kann, ist kein Zufall. Unser Körper benötigt für einen stabilen Schlaf-Wach-Rhythmus nicht nur Dunkelheit und Ruhe, sondern auch die Möglichkeit, seine Temperatur abzusenken.
Der Körper wird vor dem Einschlafen etwas kühler
Unsere Körpertemperatur bleibt im Laufe eines Tages nicht konstant. Sie folgt einem biologischen Rhythmus und verändert sich abhängig von Tageszeit, Aktivität und Schlaf. Gegen Abend beginnt die Kerntemperatur normalerweise leicht zu sinken. Dieser Vorgang gehört zu den Signalen, mit denen sich der Körper auf die nächtliche Ruhephase vorbereitet.
Damit Wärme abgegeben werden kann, erweitert der Organismus unter anderem Blutgefäße in der Haut. Hände und Füße können sich dadurch wärmer anfühlen, obwohl die Temperatur im Körperinneren langsam sinkt. Die Umgebung spielt bei diesem Prozess eine wichtige Rolle. Ist das Schlafzimmer deutlich kühler als der Körper, kann überschüssige Wärme leichter abgegeben werden.
Bei einer sehr warmen Umgebung funktioniert dieser Austausch schlechter. Der Organismus muss mehr Aufwand betreiben, um seine Temperatur zu regulieren. Genau dann beginnt das, was viele Menschen aus Tropennächten kennen: Man ist müde, findet aber trotzdem keine angenehme Schlafposition.
Hitze kann das Einschlafen verlängern
Wer bei hohen Temperaturen im Bett liegt, erlebt häufig bereits die erste Schlafphase als Problem. Statt langsam schläfrig zu werden, bleibt man wach und beschäftigt sich zunehmend mit der unangenehmen Wärme.
Dabei kommen mehrere Dinge zusammen. Der Körper kann schlechter abkühlen, Schweiß fühlt sich störend an und jede Berührung mit Matratze oder Bettdecke erzeugt zusätzliche Wärme. Hinzu kommt die psychologische Komponente. Je länger man wachliegt, desto mehr Aufmerksamkeit richtet sich auf das Problem.
Irgendwann entsteht der klassische Gedanke: Ich muss jetzt unbedingt schlafen, morgen muss ich früh aufstehen. Genau dieser Druck macht Entspannung noch schwieriger. Die eigentliche Hitze wird dadurch nicht geringer, aber die Schlafsituation bekommt zusätzlich eine stressige Komponente.
Auch die Schlafqualität kann leiden
Selbst wer trotz Hitze schnell einschläft, schläft nicht automatisch genauso gut wie in einer angenehmeren Umgebung. Hohe Temperaturen können dazu beitragen, dass der Schlaf leichter und häufiger unterbrochen wird.
Viele Menschen bemerken diese kurzen Wachphasen gar nicht vollständig. Am Morgen bleibt lediglich das Gefühl, nicht richtig erholt zu sein. Andere werden mehrfach bewusst wach, suchen eine kühlere Position, trinken Wasser oder öffnen erneut das Fenster.
Besonders unangenehm ist, dass sich mehrere schlechte Nächte summieren können. Eine einzelne warme Nacht lässt sich meist relativ problemlos verkraften. Hält eine Hitzeperiode jedoch über viele Tage an, fehlt zunehmend die gewohnte nächtliche Erholung.
Nachts produziert der Körper weiterhin Wärme
Auch im Schlaf läuft der Stoffwechsel weiter. Herz, Gehirn, Atmung und andere Organe arbeiten, und dabei entsteht Wärme. Zusätzlich geben Matratze, Decke und Kleidung einen Teil der Wärme wieder an den Körper zurück.
Das erklärt, warum ein Schlafzimmer, das beim Zubettgehen gerade noch akzeptabel erscheint, einige Stunden später deutlich unangenehmer wirken kann. Zwei Menschen in einem Bett erzeugen zusätzlich Wärme, ebenso Haustiere, die nachts gerne dicht daneben liegen.
Im Winter ist genau dieser Effekt erwünscht. Im Hochsommer wird derselbe Wärmespeicher zum Problem. Deshalb kann die Wahl von Bettwäsche und Schlafkleidung einen spürbaren Unterschied machen.
Die ideale Schlaftemperatur ist individuell
Häufig werden feste Zahlen genannt, bei welcher Temperatur Menschen am besten schlafen sollen. Solche Werte können als grobe Orientierung dienen, dürfen aber nicht als universelle Grenze verstanden werden.
Menschen unterscheiden sich deutlich darin, wie sie Wärme und Kälte wahrnehmen. Alter, Körperbau, Hormone, Gesundheitszustand, Bettdecke und Gewöhnung spielen eine Rolle. Auch die Luftfeuchtigkeit beeinflusst, wie belastend eine bestimmte Temperatur empfunden wird.
Entscheidend ist deshalb weniger eine exakte Zahl auf dem Thermometer als die Frage, ob der Körper während der Nacht ausreichend Wärme abgeben kann. Wer stark schwitzt, ständig aufwacht oder morgens regelmäßig erschöpft ist, schläft wahrscheinlich unter ungünstigen Bedingungen – auch wenn die Raumtemperatur theoretisch noch in irgendeinem empfohlenen Bereich liegt.
Hohe Luftfeuchtigkeit verschärft das Problem
Hitze fühlt sich besonders belastend an, wenn gleichzeitig viel Feuchtigkeit in der Luft steckt. Der Grund liegt in einem wichtigen Kühlmechanismus des Körpers: Schweiß verdunstet auf der Haut und entzieht dabei Wärme.
Bei hoher Luftfeuchtigkeit funktioniert diese Verdunstung schlechter. Die Haut bleibt feucht, ohne dass derselbe kühlende Effekt entsteht. Deshalb können 25 Grad in trockener Luft wesentlich angenehmer wirken als dieselbe Temperatur bei hoher Luftfeuchtigkeit.
In warmen Schlafzimmern kommt zusätzlich Feuchtigkeit durch Atmung und Schwitzen hinzu. Eine gute Lüftung kann deshalb nicht nur die Temperatur, sondern auch das subjektive Wärmegefühl verbessern.
Tagsüber entscheidet sich, wie warm die Nacht wird
Viele Wohnungen werden nicht erst am Abend heiß. Die Wärme sammelt sich bereits während des Tages in Wänden, Böden und Möbeln. Besonders Dachwohnungen, schlecht beschattete Räume und große Fensterflächen können sich stark aufheizen.
Wer erst kurz vor dem Schlafengehen versucht, das Schlafzimmer zu kühlen, kämpft deshalb gegen gespeicherte Wärme. Effektiver ist es häufig, direkte Sonneneinstrahlung bereits tagsüber zu verhindern.
Außenliegende Rollläden oder Jalousien sind besonders wirksam, weil Sonnenenergie abgefangen wird, bevor sie durch das Fenster in den Raum gelangt. Innenliegende Vorhänge helfen ebenfalls, können aber einen Teil der eingestrahlten Wärme bereits im Raum festhalten.
Der einfachste Grundsatz lautet deshalb: Wärme, die gar nicht erst hineinkommt, muss später nicht wieder hinaus.
Lüften funktioniert nicht zu jeder Tageszeit gleich gut
An heißen Tagen ist der Impuls verständlich, ständig alle Fenster offen zu lassen. Doch wenn die Außenluft deutlich wärmer ist als die Luft im Gebäude, kann genau das zusätzliche Wärme hereinbringen.
Sinnvoller ist häufig kräftiges Lüften in den kühleren Stunden – typischerweise spätabends, nachts oder früh am Morgen. Sobald die Außentemperatur deutlich steigt, werden Fenster wieder geschlossen und möglichst beschattet.
Besonders effektiv ist Querlüften. Wenn Fenster auf gegenüberliegenden Seiten geöffnet werden können, entsteht ein Luftstrom, der aufgeheizte Luft schneller austauscht.
Natürlich hängt diese Strategie stark vom Gebäude ab. Eine Wohnung im Erdgeschoss verhält sich anders als eine Dachgeschosswohnung, und in dicht bebauten Innenstädten kann selbst die Nachtluft lange sehr warm bleiben.
Ein Ventilator kühlt nicht den Raum, aber den Menschen
Ein Ventilator senkt normalerweise nicht die Raumtemperatur. Trotzdem kann er das Schlafen erheblich angenehmer machen. Bewegte Luft unterstützt die Verdunstung von Schweiß und verbessert damit die Wärmeabgabe über die Haut.
Das erklärt, warum 27 Grad mit leichter Luftbewegung deutlich erträglicher sein können als 27 Grad in vollkommen stehender Luft.
Wer empfindlich auf direkten Luftzug reagiert, muss den Ventilator nicht unmittelbar auf das Gesicht richten. Oft reicht es, die Luft im Raum in Bewegung zu bringen. Manche Geräte besitzen einen Nachtmodus oder lassen sich über eine Zeitschaltung nach einigen Stunden ausschalten.
Auch das Geräusch kann unterschiedlich wahrgenommen werden. Für manche Menschen wirkt ein gleichmäßiges Rauschen beruhigend, andere schlafen dadurch schlechter.
Klimaanlagen lösen das Wärmeproblem – aber nicht immer elegant
Eine Klimaanlage kann Raumtemperatur und häufig auch Luftfeuchtigkeit effektiv senken. Besonders während längerer Hitzeperioden kann sie für empfindliche Menschen einen deutlichen Unterschied machen.
Dabei muss ein Schlafzimmer nicht auf winterliche Temperaturen heruntergekühlt werden. Ein sehr großer Unterschied zwischen Außen- und Innentemperatur kann unangenehm sein und erhöht zudem den Energieverbrauch. Oft reicht es, den Raum einige Grad abzukühlen und die Luftfeuchtigkeit zu reduzieren.
Mobile Klimageräte haben allerdings konstruktive Nachteile. Geräte mit einem einzigen Abluftschlauch erzeugen häufig einen Unterdruck, wodurch warme Außenluft über andere Öffnungen nachströmen kann. Zweischlauchgeräte oder fest installierte Splitanlagen arbeiten in dieser Hinsicht effizienter.
Unabhängig vom System sollte kalte Luft nicht dauerhaft direkt auf schlafende Personen gerichtet sein.
Eine Dusche kann helfen – aber eiskalt ist nicht zwingend besser
Vor dem Schlafengehen zu duschen ist an heißen Tagen für viele Menschen angenehm. Dabei liegt es nahe, möglichst kaltes Wasser zu verwenden. Extrem kalte Duschen können jedoch dazu führen, dass sich Blutgefäße in der Haut verengen. Das fühlt sich zunächst erfrischend an, unterstützt aber nicht unbedingt optimal die anschließende Wärmeabgabe.
Eine lauwarme oder angenehm kühle Dusche kann sinnvoller sein. Sie entfernt Schweiß, senkt das Wärmegefühl und lässt den Körper danach weiter Wärme über die Haut abgeben.
Auch ein warmes Bad kann unter bestimmten Umständen den späteren Temperaturabfall fördern, weil die Hautdurchblutung zunimmt. Bei hochsommerlicher Hitze dürfte allerdings kaum jemand freiwillig ein heißes Vollbad als Schlafvorbereitung wählen.
Wichtiger als die genaue Wassertemperatur ist, dass sich der Körper anschließend angenehm und nicht aufgeheizt anfühlt.
Kalte Füße können überraschend angenehm sein
Hände und Füße spielen bei der Wärmeabgabe eine besondere Rolle. Dort liegen viele Blutgefäße relativ nah an der Hautoberfläche. Deshalb kann es angenehm sein, die Füße vor dem Schlafengehen kurz mit kühlem Wasser abzuspülen.
Auch ein feuchter Waschlappen an Armen, Beinen oder Nacken kann vorübergehend Erleichterung bringen. Extreme Kühlung ist dagegen unnötig. Eis direkt auf der Haut kann unangenehm sein und bei längerer Anwendung sogar Schäden verursachen.
Das Ziel besteht nicht darin, den Körper möglichst stark herunterzukühlen. Es geht darum, ihm die Wärmeabgabe etwas leichter zu machen.
Die Bettdecke komplett wegzulassen ist nicht für jeden angenehm
Bei großer Hitze erscheint eine Decke zunächst absurd. Trotzdem schlafen viele Menschen ohne irgendeine Bedeckung schlechter. Das hat nicht nur mit Temperatur zu tun. Eine Decke vermittelt auch ein gewohntes körperliches Gefühl und gehört für viele zum Einschlafritual.
Eine leichte Alternative kann deshalb besser funktionieren als gar keine Decke. Ein dünnes Baumwolllaken oder eine sehr leichte Sommerdecke reicht häufig aus.
Materialien, die Feuchtigkeit gut aufnehmen und Luft durchlassen, sind bei Hitze angenehmer als schwere, dicht gewebte Stoffe. Auch hier gibt es allerdings große persönliche Unterschiede.
Bettwäsche kann Wärme speichern
Matratzen und Bettwaren unterscheiden sich erheblich darin, wie sie Wärme aufnehmen und wieder abgeben. Besonders manche Schaumstoffe reagieren stark auf Körperwärme und können sich im Sommer sehr warm anfühlen.
Auch Matratzenschoner und wasserdichte Auflagen können die Luftzirkulation einschränken. Wer jede Nacht stark schwitzt, sollte deshalb nicht nur auf die Decke, sondern auf das gesamte Schlafsystem achten.
Natürliche Fasern wie Baumwolle oder Leinen werden im Sommer häufig als angenehm empfunden, weil sie Feuchtigkeit aufnehmen und relativ luftdurchlässig sein können. Entscheidend ist allerdings immer die konkrete Verarbeitung. Nicht jedes Produkt aus einem bestimmten Material verhält sich automatisch gleich.
Weniger Kleidung bedeutet nicht immer weniger Schwitzen
Nackt zu schlafen erscheint bei Hitze als logische Lösung. Für manche Menschen funktioniert das hervorragend. Andere empfinden leichte, lockere Schlafkleidung angenehmer, weil sie Schweiß aufnimmt und verhindert, dass sich die Haut direkt feucht anfühlt.
Besonders wenn zwei Hautflächen aneinanderliegen, kann dünner Stoff sogar angenehmer sein. Weite Kleidung aus atmungsaktivem Material erzeugt kaum zusätzliche Isolation und kann Feuchtigkeit verteilen.
Auch hier gibt es deshalb keine universelle Regel. Die beste Schlafkleidung ist diejenige, die sich trocken, locker und möglichst wenig störend anfühlt.
Ausreichend trinken ist wichtig, aber nicht literweise vor dem Schlafengehen
Bei Hitze verliert der Körper mehr Flüssigkeit, insbesondere wenn stark geschwitzt wird. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr über den Tag ist deshalb wichtig.
Wer allerdings unmittelbar vor dem Schlafen sehr große Mengen trinkt, riskiert häufige nächtliche Toilettengänge. Dadurch wird der Schlaf zusätzlich unterbrochen.
Sinnvoller ist es, bereits tagsüber regelmäßig zu trinken und am Abend keinen großen Nachholbedarf entstehen zu lassen. Ein Glas Wasser neben dem Bett kann hilfreich sein, falls nachts Durst auftritt.
Bei sehr starkem Schwitzen gehen neben Wasser auch Elektrolyte verloren. Für die meisten Menschen reicht bei normalem Alltag jedoch eine gewöhnliche ausgewogene Ernährung aus. Besondere Elektrolytprodukte sind nicht automatisch notwendig.
Alkohol hilft beim Einschlafen, verschlechtert aber häufig die Nacht
Ein kaltes Bier oder ein Glas Wein am Sommerabend kann entspannend wirken. Alkohol kann tatsächlich dazu führen, dass Menschen zunächst schneller einschlafen. Die Qualität des späteren Schlafs kann dadurch jedoch leiden.
Alkohol verändert die Schlafarchitektur, kann nächtliches Erwachen begünstigen und wirkt zusätzlich harntreibend. Bei hohen Temperaturen ist das besonders ungünstig, weil der Flüssigkeitshaushalt ohnehin stärker beansprucht wird.
Wer nach einem warmen Abend regelmäßig schlecht schläft, sollte deshalb nicht nur das Schlafzimmer betrachten, sondern auch überlegen, welchen Anteil Alkohol daran haben könnte.
Spätes schweres Essen produziert zusätzliche Arbeit
Nach einer großen Mahlzeit ist der Körper mit Verdauung beschäftigt. Dieser Prozess erzeugt ebenfalls Wärme. Ein sehr üppiges Essen unmittelbar vor dem Schlafen kann deshalb bei hohen Temperaturen zusätzlich unangenehm sein.
Das bedeutet nicht, dass man im Sommer abends nur Salat essen darf. Häufig reicht es, sehr schwere Mahlzeiten nicht direkt vor dem Zubettgehen einzuplanen.
Auch stark scharfe Speisen können das Wärmegefühl beeinflussen. Interessanterweise kann scharfes Essen zwar das Schwitzen steigern und dadurch unter geeigneten Bedingungen sogar zur Kühlung beitragen. Im warmen Schlafzimmer empfinden viele Menschen die zusätzliche Wärme und Schweißproduktion dennoch als wenig angenehm.
Sport sollte im Sommer zeitlich angepasst werden
Körperliche Aktivität erhöht die Körpertemperatur. Wer unmittelbar vor dem Schlafengehen noch intensiv trainiert, kann deshalb zusätzliche Zeit benötigen, bis der Körper wieder ausreichend heruntergekühlt ist.
An heißen Tagen bietet sich häufig der frühe Morgen für intensiveren Sport an. Wer lieber am Abend trainiert, kann versuchen, genügend Abstand zur Schlafenszeit einzuplanen und anschließend für Abkühlung zu sorgen.
Bewegung grundsätzlich zu vermeiden wäre allerdings keine gute Lösung. Regelmäßige körperliche Aktivität unterstützt den Schlaf langfristig. Es geht lediglich darum, Belastung und Tageszeit an die Hitze anzupassen.
Elektrische Geräte heizen kleine Räume zusätzlich auf
Computer, Fernseher, Spielekonsolen, Beleuchtung und andere elektrische Geräte geben Wärme ab. Bei normalem Wetter fällt das kaum auf. In einem kleinen ohnehin aufgeheizten Schlafzimmer kann jedes zusätzliche Watt jedoch unerwünscht sein.
Wer beispielsweise am Abend mehrere Stunden einen leistungsstarken Computer laufen lässt, produziert damit gleichzeitig eine kleine Heizung. Auch Ladegeräte und elektronische Geräte tragen in geringerem Umfang zur Wärmebelastung bei.
Das ist kein Grund, sämtliche Technik aus dem Schlafzimmer zu verbannen. Während einer Hitzeperiode kann es aber sinnvoll sein, unnötige Wärmequellen möglichst auszuschalten.
Schlaf im Erdgeschoss kann plötzlich attraktiv werden
Warme Luft steigt auf, und obere Stockwerke heizen sich häufig stärker auf. In mehrgeschossigen Häusern kann deshalb zwischen Dachgeschoss und Erdgeschoss ein deutlicher Temperaturunterschied bestehen.
Während besonders heißer Nächte kann es sinnvoll sein, vorübergehend den Schlafplatz zu wechseln. Eine Matratze im kühleren Wohnzimmer oder Kellerraum klingt vielleicht wenig luxuriös, kann aber erholsamer sein als stundenlanges Wachliegen im überhitzten Schlafzimmer.
Auch Kinder schlafen während Hitzeperioden manchmal besser in einem anderen Raum. Solche improvisierten Lösungen müssen nicht dauerhaft schön sein. Für einige besonders warme Nächte dürfen sie einfach praktisch funktionieren.
Kinder reagieren empfindlicher auf ungünstige Schlafbedingungen
Kinder können bei Hitze unruhiger schlafen, häufiger aufwachen und mehr trinken wollen. Kleine Kinder können ihre Beschwerden außerdem nicht immer klar ausdrücken.
Eltern sollten deshalb auf eine angenehme Umgebung, leichte Kleidung und ausreichend Flüssigkeit achten. Babys dürfen nicht übermäßig eingepackt werden, gleichzeitig gelten für sichere Schlafbedingungen besondere Empfehlungen, die wichtiger sind als improvisierte Kühlung.
Bei Säuglingen, sehr kleinen Kindern oder gesundheitlich belasteten Kindern sollte man bei ungewöhnlicher Teilnahmslosigkeit, starkem Unwohlsein oder anderen auffälligen Symptomen nicht einfach von einer schlechten Hitzenacht ausgehen.
Ältere Menschen müssen besonders auf Hitze achten
Mit zunehmendem Alter kann sich die Fähigkeit verändern, Hitze wahrzunehmen und darauf zu reagieren. Manche ältere Menschen empfinden weniger Durst, obwohl der Körper Flüssigkeit benötigt. Bestimmte Erkrankungen und Medikamente können die Wärmeregulation zusätzlich beeinflussen.
Eine schlecht geschlafene Nacht ist dann nicht das einzige Problem. Längere Hitzeperioden können eine ernsthafte körperliche Belastung darstellen.
Gerade bei älteren Menschen lohnt es sich deshalb, Wohnräume möglichst frühzeitig kühl zu halten, regelmäßig an das Trinken zu denken und ungewöhnliche Beschwerden ernst zu nehmen.
Hitze kann für manche Menschen gesundheitlich gefährlich werden
Bei großer Wärme geht es nicht ausschließlich um Komfort. Sehr hohe Temperaturen können den Kreislauf erheblich belasten. Warnzeichen wie starke Schwäche, Verwirrtheit, ungewöhnlich starke Kopfschmerzen, Erbrechen, Kreislaufprobleme oder Bewusstseinsstörungen gehören nicht in die Kategorie einer bloß schlechten Nacht.
Besonders gefährdet können unter anderem ältere Menschen, kleine Kinder sowie Personen mit bestimmten Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder anderen chronischen Erkrankungen sein.
Auch Medikamente können beeinflussen, wie gut der Körper Hitze verträgt. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt und unsicher ist, sollte sie jedoch niemals eigenmächtig absetzen, sondern mögliche Auswirkungen mit Arzt oder Apotheke besprechen.
Nach einer schlechten Nacht hilft nicht immer Ausschlafen
Wer wegen Hitze kaum geschlafen hat, möchte am nächsten Morgen verständlicherweise länger liegen bleiben. Wenn der Tagesablauf es erlaubt, kann etwas zusätzlicher Schlaf durchaus guttun.
Sehr lange Verschiebungen können allerdings den nächsten Abend erschweren. Wer bis weit in den Vormittag schläft, ist möglicherweise am Abend weniger müde und liegt dann erneut lange wach.
Oft ist es sinnvoller, den normalen Rhythmus ungefähr beizubehalten und gegebenenfalls tagsüber eine kurze Pause oder einen kurzen Mittagsschlaf einzubauen. Besonders lange Nickerchen am späten Nachmittag können wiederum den Schlafdruck für die nächste Nacht reduzieren.
Eine Hitzenacht muss nicht perfekt werden
Wer um Mitternacht bereits zum dritten Mal auf das Thermometer schaut, entwickelt schnell den Wunsch, unbedingt ideale Bedingungen herstellen zu müssen. Das gelingt während einer Hitzeperiode aber nicht immer.
Vielleicht bleibt das Schlafzimmer trotz aller Maßnahmen bei 26 Grad. Dann geht es nicht mehr darum, eine perfekte Temperatur zu erreichen, sondern die Situation ein wenig angenehmer zu machen: Luft bewegen, leichte Bettwäsche verwenden, ausreichend trinken und sich nicht zusätzlich über jede Wachphase ärgern.
Der Gedanke, unbedingt acht perfekte Stunden Schlaf erreichen zu müssen, kann zusätzlichen Druck erzeugen. Menschen vertragen einzelne schlechte Nächte meist besser, als es sich am nächsten Morgen anfühlt.
Der nächste heiße Tag beginnt schon am frühen Morgen
Wer die Wohnung über Nacht einigermaßen herunterkühlen konnte, sollte diesen Vorteil am Morgen möglichst lange bewahren. Fenster werden geschlossen, sobald die Außenluft wärmer wird, und sonnenbeschienene Fenster möglichst früh beschattet.
Damit beginnt die Vorbereitung auf die nächste Nacht bereits kurz nach dem Aufstehen. Während einer längeren Hitzewelle lohnt sich diese Routine besonders, weil sich Gebäude von Tag zu Tag stärker aufheizen können.
Sind Wände und Möbel erst einmal vollständig erwärmt, geben sie auch nachts noch lange Wärme ab. Konsequente Beschattung und nächtliches Lüften können diese Aufheizung zumindest begrenzen.
Guter Sommerschlaf braucht vor allem Temperaturunterschiede
Unser Körper ist nicht darauf angewiesen, in einem kalten Schlafzimmer zu schlafen. Er braucht aber die Möglichkeit, nachts Wärme abzugeben. Genau deshalb sind warme Nächte so anstrengend: Der natürliche Temperaturabfall wird schwieriger, Schlaf wird leichter und Unterbrechungen werden wahrscheinlicher.
Die wirksamsten Maßnahmen sind dabei erstaunlich unspektakulär. Tagsüber Hitze draußen halten, nachts kühle Luft nutzen, für Luftbewegung sorgen, Bettzeug und Kleidung anpassen und den eigenen Körper nicht unmittelbar vor dem Schlaf zusätzlich aufheizen.
Sommer darf warm sein. Ein Schlafzimmer muss deshalb nicht zur Kühlkammer werden. Aber zwischen einem sonnigen Nachmittag und einer erholsamen Nacht sollte zumindest ein kleiner Temperaturunterschied liegen. Denn während wir schlafen, möchte unser Körper nicht nur zur Ruhe kommen. Er möchte auch ein wenig abkühlen.